Jahresversammlung des Fördervereins Kunst+Werk Diether Kunerth

Etwa ein Jahr ist es her, dass die Marktgemeinde Ottobeuren der Öffentlichkeit ihr jüngstes Kulturprojekt präsentierte. In unmittelbarer Nähe der weltbekannten Basilika zu Ottobeuren wird auf dem Gelände der ehemaligen Abfüllhalle der Brauerei Hirsch ein Museum als neues architektonisches und kulturelles Wahrzeichen der Marktgemeinde entstehen: das „Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth – Ottobeuren“. Während die Gemeinde das Museumsgebäude zur Verfügung stellt, wird der Betrieb durch den Förderverein Kunst+Werk Diether Kunerth Ottobeuren gestaltet. Der im Dezember 2008 gegründete Verein, der derzeit 140 Mitglieder zählt, lädt am Donnerstag, 22. Juli 2010, um 19.30 Uhr zur Jahresversammlung 2010. Im Anschluss wird Dr. Rainer Jehl einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Kunst und Mystik. 150 Jahre nach dem Tod Arthur Schopenhauers.“ präsentieren. Dabei skizziert Dr. Jehl zentrale Elemente der Lehre Schopenhauers und leitet sein damit verbundenes Verständnis von Kunst ab. Im Werdegang Diether Kunerths sieht Jehl Anknüpfungspunkte zu Schopenhauers Werk. „Nicht nur der Zufall hat den Ottobeurer Künstler Dieter Kunerth nach Griechenland und Indien geführt. Beide Länder stehen als Chiffren für geistige Orte, an denen Kunerths Sehnsucht nach ekstatischer Erfahrung von Fülle und Vollendung sich umsetzen lässt in Kunstwerke voller Farbe und Licht. Diese Sehnsucht wird bei Kunerth gespeist aus einer Unzufriedenheit mit den Zuständen unserer Gesellschaft, die ihm gelegentlich die Rolle eines prophetischen Kritikers einträgt, der immer wieder aneckt und sich da und dort auch unbeliebt macht. Damit einher aber geht ein Weg, der ihn in vielfacher Weise mit der Philosophie Arthur Schopenhauers verbindet, aber auch von ihr unterscheidet.“

Dr. Rainer Jehl studierte Philosophie, Theologie, Romanistik und Germanistik in München, Paris, Salzburg und Würzburg. Es folgte die Promotion in Philosophie über den Begriff der Melancholie im Mittelalter.1978 bis 1984 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Grabmann-Institut der Universität München. Von 1984 bis 2009 leitete Dr. Rainer Jehl verschiedene Einrichtungen in Kloster Irsee, u.a. von 1989 bis 2009 als Direktor die Schwabenakademie Irsee.

Dr. Rainer Jehl

Dr. Rainer Jehl

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