Sieger des Architekturwettbewerbes

v.l.: Erster Bürgermeister Ottobeuren Bernd Schäfer, Preisträger Architekt Andreas Matievits, Hr. Diether Kunerth vor der Arbeit des Gewinners, Foto: Kalle Singer
Ottobeuren, 27.07.2009 – Der 1. Preisträger des Architektenwettbewerbs, der zur Schaffung des „Museums für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth – Ottobeuren“ ausgeschrieben wurde, heißt Andreas Matievits. Der Augsburger Architekt, geboren 1973 in Köln, setzte sich gegenüber den 29 Mitbewerbern aus folgenden Gründen durch:
„Stadträumlich orientiert sich diese Arbeit an der Kontur der bestehenden Stapelhalle, lediglich im Dachbereich greifen die Verfasser etwas intensiv in die Bestandskonstruktion ein. Der Zugang des neuen Museums ist zusammen mit einem gut nutzbaren Skulpturenhof wohltuend gut an der Südwestecke Richtung Marktplatz situiert und respektiert viele der nachbarlichen Belange in selbstverständlicher Art und Weise. Die Parkplatzfrage entlang der Günz ist ausreichend gut dargestellt, im Detail sind hier sicher noch etliche Korrekturen anzubringen. Die Umsetzung des erforderlichen Raumprogramms und die Wünsche des Künstlers Kunerth sind wohltuend einfach und gut nachvollziehbar dargeboten. Die Raumproportionen und Hängeflächen bieten ausreichend Platz für die Belange der Kunst. Der gutproportionierte Eingansbereich leitet überschaubar in das Museum ein, dienende Servicebereiche sind gut separat nutzbar. Tages- und Kunstlichtbereiche sind angenehm miteinander verwoben, besonders die „besonderen Aus- und Einblicke“ werden dem Ort gerecht und entsprechen einem großen Wunsch des Künstlers.
Die größeren Eingriffe in die Dachkonstruktion werden intensiv diskutiert, wobei hier ein differenzierter Nachweis der Wirtschaftlichkeit noch zu erbringen wäre. Der einfache bauplanerische Umgang mit dem Bestand zeigt sich auch in der angenehm proportionierten und detaillierten Fassadensprache. Eine spannende Auseinandersetzung mit dem Barock des Ortes. Die besondere, jedoch einfach herstellbare Oberfläche der Putzhaut unterstreicht diesen Eindruck. Die Arbeit kann sowohl in energetischer wie auch insbesonders in wirtschaftlicher Hinsicht die Aufgabenstellung sehr gut beantworten. Das in sich stimmige Museumskonzept entspricht den Vorstellungen des Künstlers, respektiert die Körnung und Maßstäblichkeit des Bestandes und transformiert diesen in eine zeitgemäße und zukunftstaugliche Museumsarchitektur“ (Auszug aus dem Protokoll der Preisgerichtssitzung).
Der zweite Preisträger und damit der Empfänger von EUR 12.500,- ist das Atelier Lohrer Architekten aus Stuttgart. Lohrer ist seit Jahren auf Museumsbauten, Museumsauserweiterungen und Museumsbau spezialisiert.
Das Preisgericht beschloss in seiner Preisgerichtssitzung einstimmig, die ausgelobten Preise und Ankäufe wie folgt zu ändern: Anstatt 3 Preise und 4 Ankäufe werden 2 Preise und 5 Ankäufe vergeben. Die Preis- und Ankaufssumme wird wie nachfolgend einstimmig geändert: Ankäufe (gleichrangig) mit jeweils 3.500 € Preisgeld. Die Höhe des Preisgeldes für den 1. und 2. Preis bleibt unverändert. Nachfolgende Teilnehmer erhalten Ankäufe:
- Lederer + Ragnarsdottir + OEI, Architekten - Stuttgart
- Florian Fischer Architekt (München)
- ARGE Siegert + Fritz Architekten (Stuttgart)
- Architekturbüro Locher (Wangen)
- Prof. Stefan Braunfels Architekt (München/Berlin)



